street-art, poesie im alltag & die ästhetik des flüchtigen
hier würde ein infotext stehen, der meine faszination zu street-art ein wenig erläutert, auf deren geschichte verweist und einlädt den blick auf das nebensächliche und unwahrscheinliche zu lenken.
wählerei
vielleicht hat man tatsächlich nie die wahl vor die man sich selbst immer stellt
ein schrei
der träume stört
ein schrei?
die ganze welt schreit
gefunden an der salzachpromenade kurz vor hallein, 2019
steingasse, du zwischenort, halbvergessen, halbverlassen, voll verwinkelter lebensmitten : spielplatz und übungsort und schrundschöne leinwand : hier herrscht herbst das ganze jahr
übrig bleibt
ich sehe dich und bin es selbst im stoppelfeld, am waldrand stehen dein blick eine sense deine arme gestreckt, deine hände geöffnet, bereit du mähst die dämmerung, fängst lichtmahd auf und bindest sie zu puppen, die du in einen bastkorb legst es ist dunkel, du gehst los die erste puppe verlässt dich noch vor dem zweiten schritt verschwindet als irrlicht zwischen den hügeln nicht lang und die nächste hüpft aus dem korb erklimmt eine eiche, erleuchtet die krone und baut sich ein nest für den nachwuchs dein pfad fächert sich auf du weißt nicht wohin die gleißenden wesen sind rastlos sie krabbeln über deinen arm auf deinen kopf hinauf und springen in die finsternis, verstreuen sich in alle winde manche rufen noch lebwohl, werfen küsse, winken auch was dir bleibt sind lichterne halme, die du dir in die brusttasche steckst du stehst am anfang aller straßen, in deinen händen wunde zeit du hörst schritte, langsam schälen schemen sich schärfer du siehst mich und bist es selbst der dir den weg weist und dich fragt: sind wir bereit zu strahlen?
komm
lass uns in den wald gehen und lauthals schreien allen gesetzen zum trotz oder in die unterführung wo bunte worte an der betonwand prangen alte dosen, tschickstummel und zerknüllte zweifel den boden säumen wo unsere schreie widerhallen von allen seiten und zu allen seiten auf die straße hinauf als wären wir viele viel mehr als wir fürchten oder sollen wir auf den gipfel der stadt steigen? dorthin wo niemand mehr zetert und keift unsere schreie sind dann nicht mehr als stilles rühren der luft als glänzendes einvernehmen komm lass uns gehen wohin auch immer