Kategorie: mission poesie

  • märzen

    baumbögen
    zwitscherisch
    kaumgrün noch auch
    bergbewuchs hangweis
    fahlbräunelnd
    heißes licht
    von ketten
    zersaust
    wind stillt
    strähnend
    pioniersblütler
    lächelnde wiesen
    mutters wäscheklammer
    zwischen den zeiten
    rosengittertaubenschlag
    vogelhaus füße sprießen
    tanzt durchs gebüsch
    straßenwärts und weg
    frühfrühlingssonnenschmelz
    dichterlings brust
    in feuchter erde
    dichterlings mund
    lenzgeilgeifernd

  • blau, gewesen

    gehen musst verlassen
    nimm willst bleibend rasch
    verwaist zu waffe heult
    feuer sonnwund
    obacht! pressen durch sich heilig
    und vorbei nun seele matt

    zockend straßen ferner sinn
    nützlich zufallssammlung innerst greift
    leerhändig maler wirrer muster
    deiner seiten zeichnen
    dieses himmels falten zu sich dir darunter
    alles fort und trauerblau

    rudern seemänner seekrank nach haus
    rentierarmeen ziehen zurück sich
    decken von boden dein liebster
    durch tür nahm auch teppich
    wölbt sich wellt weg
    hier nichts bleibt bedunkelt du

    trotttrittsteine lass hint nach dir dich etwas
    ruft tote folgen nicht vergiss geh weitend
    rüttelnd klopft wanderndes an
    hat gewand einstig dein
    streichholz entzünd mach neu
    am ende was war welt weh


    Übersetzung von „It's All Over Now, Baby Blue“ von Bob Dylan

  • kommunion

    morgendliche absolution
    blaue stunde deutet neu

    -

    ich verhoffe am waldrand
    der jäger legt an
    ich lausche ins licht
    der jäger visiert
    ich glaube nicht länger dem wind
    der jäger vertraut auf die stille
    ich weiß es wird schnell gehen
    der jäger hält inne
    ich wage den schritt
    und hoffe zu

    -

    tagsüber bläu ich mich mir ein

    -

    ich lerne zu leben
    langsam und schmerzvoll
    wenn die hoffnung weicht
    bin ich frei für das jetzt

    -

    abendgewölk über noch blauem spiel
    dessen regeln niemand zu deuten weiß

    -

    hoff endlich!
    steht an einer wand
    und davor die gläubigen
    der betonpriester

    -

    nächtens säuselt die muse
    ins blau meines geistes
    nie müde mich wach zu halten

    -

    hoffnungslos
    sind wir
    einander
    vertraut
  • basilikumblühen

    zuflucht unter blumentöpfen
    sommers regen
    es klappert der wind seine maid
    blütenklingen

    fliederphönix
    der tod als schattenriss und fug
    quälgeist liebster
    hier gestrandet und verlaufen